Früher Meeresgrund, heute Grund des Badelands
Vor einigen hundert Jahren war das Gebiet, in dem Lalandia heute liegt, der Grund eines Fjords. In dieser Zeit hatte Rødby einen Hafen, war wichtig für den Viehexport und hatte den Status einer Stadt. Anfang des 17. Jahrhunderts hatte König Christian IV. Dänemark in den Dreißigjährigen Krieg verwickelt und in diesem Zusammenhang spielte Rødby Havn eine wichtige Rolle als Kriegshafen für die Flotte, wo kleinere Kriegsschiffe Zuflucht vor dem Feind suchen konnten. Zum besseren Schutz des Hafens vor Feinden wurden die Schanzen errichtet, von wo aus man leicht nach feindlichen Schiffen Ausschau halten konnte. Heutzutage kann man noch immer eine der beiden Schanzen in der Landschaft um Lalandia sehen – beispielsweise beim Golfspielen, wo die eine Schanze als baumbewachsene Erhebung in der Landschaft liegt.
In diesem Gebiet geschah es auch, dass König Christian IV. in der Schlacht bei Kolberger Heide sein eines Auge verlor. Er kämpfte den Überlieferungen nach bis zum Einbruch der Dunkelheit und konnte Freund und Feind nicht mehr unterscheiden. Kolberger Heide ist das Gewässer westlich von Fehmarn, und damals hat man zweifellos das Donnern der Kanonen vom Festland hören können.
Ein folgenschwerer Entschluss für das kommende Lalandia in Rødby und die Geschichte der Gegend war der Beschluss zur Trockenlegung des Rødby-Fjords. Vor noch nicht einmal 150 Jahren war die Erde, auf der Lalandia heute steht, Meeresgrund, wobei sich der Rødby-Fjord bis hinein nach Rødby zog, das damals eine Hafenstadt war. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Pläne zum Bau eines neuen und modernen Hafens erstellt, sowie zur Eindämmung des Rødby-Fjords. Doch nach der Sturmflut von 1872 wurde entschieden, einen Deich zu bauen, um eine solche Tragödie nicht noch einmal passieren zu lassen.
Als der Deich 1877 fertig war, wurde der Rødby-Fjord zu einem Binnensee. Obwohl die Trockenlegung des Fjordes in Verbindung mit dem neuen Hafen erst fast 100 Jahre später beendet wurde, wurde der Hafen bereits 1909-1912 angelegt. Aus diesem Anlass wurde auch um den Hafen viel gebaut, und auch Industrie siedelte sich an. Den größten Aufschwung erlebte der Ort jedoch erst mit der Einrichtung der Fährverbindung nach Puttgarden im Jahr 1963. Nach dem Bau von Lalandia in den 1980er-Jahren konnte das Gebiet auch einen Aufschwung des Tourismus verzeichnen.